Familienplanung, Kinderwunsch und generatives Verhalten
Eine moderne Familienpolitik muss sensibler auf den Prozess der
Familienentwicklung reagieren. Angesichts rückläufiger Geburtenzahlen rücken
die Bedingungen der Familienbildung zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses.
Die gestiegene Bildungspartizipation und verbesserte Karrieremöglichkeiten
eröffnen jungen Frauen neue und attraktive Optionen der Lebensgestaltung.
Dennoch stellt die Elternschaft nach wie vor nicht nur für Männer, sondern
auch für Frauen einen zentralen Aspekt ihrer Lebensplanung dar. Die bestehenden
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fordern der Frau jedoch eine Entscheidung
für einen der beiden Bereiche ab. In dieser Situation wählen immer mehr Paare
einen Kompromiss der Anteil von Einkindfamilien steigt, während die Zahl
der Mehrkindfamilien sinkt. Die Traditionalisierung der Rollenverteilung infolge
der Geburt des ersten Kindes stellt jedoch nicht nur für viele Mütter ein
Problem dar. Die daraus häufig resultierende Erosion der Partnerschaft und
Exklusivität der Mutter-Kind-Beziehung versetzt dem Wunsch des Vaters nach
weiteren Kindern einen nachhaltigen Dämpfer. Bei der Diskussion von geeigneten
Maßnahmen zur Bekämpfung des Geburtenrückgangs scheint es daher
unumgänglich, dem Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für
Eltern mit mehr als einem Kind besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Quelle: LBS-Report 1/01
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