Sexuelle Unzufriedenheit in der Partnerschaft häufigste Ursache für
Seitensprung
(esn) Sexuelle Unzufriedenheit in der Partnerschaft ist die häufigste
Ursache für einen Seitensprung: Bei 76 Prozent der Männer und 84 Prozent
der Frauen sind Defizite im Sexualleben Hauptgrund für diesen Schritt.
Das hat eine Studie ergeben, die am Georg-Elias-Müller-Institut für
Psychologie der Georg-August-Universität durchgeführt wurde. Der
Göttinger Psychologe Dr. Ragnar Beer wertete dazu die Aussagen von 219
Männern und Frauen aus, die ihrem Partner untreu waren. Die Untersuchung
ist Teil des Online-Projekts Theratalk, das mit einem speziellen Angebot
im Internet Hilfestellung bei Beziehungsproblemen bietet. Dazu gehören
auch zwei Partnerschaftstests, mit denen sich die Folgen eines
Seitensprungs sowohl für den Betrogenen als nun erstmals auch aus der
Sicht des Untreuen individuell erfassen und abschätzen lassen.
Dr. Beer: "Auch wenn der Seitensprung nicht herausgekommen ist,
kann die Partnerschaft stark darunter leiden. Für den untreuen Partner
lassen sich die vielfältigen möglichen Folgen kaum absehen, die das
Vertuschen des Geschehenen, ein schlechtes Gewissen, Zweifel an der
Beziehung oder ungewollt eine neue Liebe nach sich ziehen." Dabei
zähle der Seitensprung zu den "schlimmsten Ereignissen, die eine
Partnerschaft treffen können". Nach den Worten des Göttinger
Psychologen kann umgekehrt eine Verbesserung des Sexuallebens dazu
beitragen, eine solche Belastung für die Beziehung zu verhindern. Dr.
Beer bezieht sich dabei auf eine Großstudie, mit der die Wissenschaftler
am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie die Entwicklung der
sexuellen Zufriedenheit im Verlauf der Partnerschaft erfasst haben:
Befragt wurden dazu 8.204 Männer und Frauen. Das Ergebnis: "Im
Mittel nimmt die Zufriedenheit in den ersten zehn Jahren kontinuierlich ab
und stagniert dann auf einem tiefen Niveau. So ist es nicht verwunderlich,
wenn bei vielen Partnern die Bereitschaft zu einem Seitensprung vorhanden
ist", sagt Dr. Beer. Die Ergebnisse der Studie haben nach
Einschätzung des Psychologen jedoch auch eine gute Seite: "Die Daten
zeigen, dass die Zufriedenheit mit dem Sexualleben viel Spielraum für
Veränderungen zum Positiven lässt." Im Rahmen des Projekts
Theratalk bieten die Psychologen zu diesem Zweck den Partnerschaftstext
"Sexuelle Wünsche" an.
Quelle: Pressemitteilung der UNI-Göttingen vom 25.01.2005
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