Mütter und Väter nach der Geburt
Stärkung des mütterlichen Selbstvertrauens und tatsächliche Entlastung
kurz nach der Entbindung helfen der Mutter Kaum ein Ereignis verändert die
Lebenssituation so drastisch und nachhaltig wie die Geburt eines Kindes und die
Übernahme der Elternrolle. Die biologisch festgelegte Reproduktionsfunktion der
Frau und kulturelle Normen und Erwartungen, die mit der weiblichen
Geschlechtsrolle verbunden werden, sind dafür verantwortlich, dass insbesondere
das Leben der Frau von der Geburt des Kindes beeinflusst wird. Trotz der
gravierenden Veränderungen, die die Ankunft eines Kindes auslöst, ist die
Vorbereitung der werdenden Eltern auf die neue Situation verglichen mit dem
Aufwand, der etwa in die Vorbereitung auf die Berufstätigkeit gesteckt wird
recht gering. Dies resultiert in einer Phase der Überlastung, Überforderung
und Erschöpfung, die viele Mütter nach der Geburt ihres ersten Kindes
durchlaufen. Doch schon vor der Entbindung setzen Bewältigungsprozesse ein, die
zu einer Regulation des persönlichen Befindens und zu einer Anpassung an die
geänderte Situation beitragen. Die psychologischen Ressourcen der Mütter
können unterstützt werden durch präventive Maßnahmen, die die nötigen
Handlungskompetenzen vermitteln und das Selbstvertrauen in die eigenen
Fähigkeiten stärken. Daneben können sich auch die Entlastung der Mutter durch
den Partner, die Unterstützung durch Freunde und Verwandte sowie
institutionelle Maßnahmen der Familienhilfe förderlich auswirken.
Quelle: LBS-Report 3/97
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